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Der wache Blick unter die OberflächeRichard Kaplenigs neue Bilder sind streng und klar komponiert. Sie zeigen oft scheinbar zufällig gefundene Ausschnitte aus der realen Welt. In Wirklichkeit handelt es sich um sorgfältig gewählte Ensembles von Bildelementen, die in Farbe, Format und Inhalt miteinander korrespondieren. Eigentlich sind es Chiffren, die der Künstler gezielt einsetzt. Er lotet ihre verborgene Bedeutung aus und regt auf diese Weise an, nach Sinn und Zusammenhang zu suchen. Jedes Bild erzählt trotz sparsam eingesetzter Motive eine Geschichte. Obwohl nahe an der Abstraktion gestaltet, sind die Bildelemente gegenständlich definiert. Es sind meist technische Objekte, Architekturdetails, Stadtpläne, Aufschriften, Zahlen beziehungsweise Ziffern oder Fragmente davon. Seine Malerei verweist oft an Situationen und Orte des urbanen Lebens. So zum Beispiel auch bei "Utopos". Das Bild stellt einen Spielplatz am Margaretengürtel in Wien dar. Ein Ballspielkäfig inmitten einer der meist frequentiertesten Straßen der Stadt. Eine Art Ghetto, welches Ausgrenzung und Isolation zur Folge hat.Kaplenig ist ein Reisender, ständig offen für Neues ohne seine persönliche Formensprache abzulegen. Nach längeren Auslandsaufenthalten in europäischen Ländern verbrachte der Künstler 2009 und 2010 mehrere Monate in der argentinischen Metropole Buenos Aires. In dieser Zeit entstand ein bemerkenswertes und umfangreiches Werk, welches die extremen Kontraste dieser Stadt eindrucksvoll widerspiegelt. Richard Kaplenig ist ein Suchender, der sich immer im Spannungsfeld zwischen Vertrautem und Innovativem bewegt. |
Silvie Aigner |
Malerische Notizen aus der RealitätRichard Kaplenig arbeitet zumeist in großen Formaten, die er oft als Kombination aus zwei oder drei korrespondierenden Leinwänden präsentiert. Daneben entstehen kleinformatigere Bilder, die sich auf seinen persönlichen Tagesablauf beziehen und zuweilen einen Zeitraum umschreiben, in denen sich der Künstler auf Symposien oder auf Reisen befand. Stets im selben Format und nahezu in derselben Technik.Lesen Sie mehr ... |
Angelica Bäumer |
Neues von der MalereiDie Geschichte der Malerei hat nicht nur eine lange Tradition, sie ist besonders in Österreich seit Jahrhunderten höchst lebendig und es hat trotz aller neuen Medien nie wirklich einen Bruch gegeben, wenn auch seit Jahren immer wieder die Malerei tot gesagt wird und Künstler, die sich mit Leinwand, Pinsel und Farbe ausdrücken, diffamiert und als konservativ bezeichnet werden.Lesen Sie mehr ... |




